Gedenktag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland setzt Zeichen gegen Hass

Die Entscheidung, in diesem Jahr den jährlich stattfindenden Gedenktag wegen Corona ausfallen lassen, wurde revidiert, nachdem bekannt wurde, dass die als rechtsextrem und nationalkonservativ geltende Gruppierung „Aufbruch deutsche Heimat“ an ihrem traditionellen Termin zu einer Kundgebung am Mahnmal aufgerufen hatte. Statt sich, wie sonst, im Grenzdurchgangslager zur Kranzniederlegung an der Friedland Glocke zu treffen, wurde die Veranstaltung nun kurzfristig an einem neuen Termin auf den Hagenberg verlegt. Das Entsetzen über die Vereinnahme des Mahnmals und des Termins sitzt tief in der Landsmannschaft. Am 28. August 1941 begann mit dem Erlass des Obersten Sowjets zur Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen die Leidensgeschichte der Russlanddeutschen. Es wurden mehr als eine Million Menschen deportiert, zu Zwangsarbeit, Hunger und Tod verurteilt. Die Menschen mussten erfahren, was es heißt, aufgrund der Volkszugehörigkeit diskriminiert und gehasst zu werden.

Lilli Bishop, stellv. Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, distanziert sich in aller Schärfe, von den Vertretern der rechtsradikalen russlanddeutschen Splittergruppe, die unter dem Deckmantel einer Gedenkfeier Werbung für ihre menschenverachtenden Thesen machten. Die Deutschen aus Russland sind froh, in der Demokratie angekommen zu sein und lehnen jeden entschieden ab, der ihr Schaden zufügen möchte. Der CDU-Abgeordnete Uwe Schünemann weist während seines Grußwortes auf eine der Inschriften des Mahnmals: Völker, entsaget dem Hass, versöhnet euch und dienet dem Frieden.

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