Wiederherstellung des Abflusses in der Rase in Rosdorf

Die Rase kann wieder frei fließen. Dafür musste ein umgestürzter Baum aus dem Abflussprofil oberhalb der Ortschaft Rosdorf aus dem Gewässer entfernt werden. Es hatte sich hier bereits ein kleiner Aufstau ergeben, weil das komplette Abflussprofil eingeschränkt wurde. Für normale Wassermengen wäre dies kein Problem, weil es sich nur im unmittelbaren Nahbereich auswirkt, im Hochwasserfall kann dies aber zu unnötigen Schäden Dritter führen.



Gerade in Ortslagen bzw. vor Ortslagen ist daher möglichst schnell zu reagieren, um einen unkontrollierten Abfluss zu vermeiden. Innerhalb der Bebauungen kann ein solches Abflusshindernis, wenn überhaupt, nur mit extrem hohem finanziellem Aufwand beseitigt werden. Ein auch innerorts durchgängiger Randstreifen am Gewässer würde nicht nur die Kosten erheblich senken, sondern auch den Erlebniswert sowie den ökologischen Wert des Gewässers erhöhen – dies bleibt aber wohl nur ein Wunschtraum…

Außerhalb von Ortslagen kann es durchaus auch der Fall sein, dass die Bewertung der gleichen Situation zu dem Ergebnis kommt, den Baum liegen zu lassen. Abfall, der sich häufig an solchen Stellen ansammelt, würde trotzdem entfernt werden.

Der Eingriff in das Gewässer und der Ufer ist dabei stets so gering wie möglich zu halten. Der Einsatz eines Minibaggers schont das Gelände und in der Regel bemüht sich der Verband darum, die Wurzel in der Böschung zu belassen, da diese weiterhin der Böschungssicherung dienen kann, aber auch gleichzeitig ein neuer Lebensraum für Fische und Fischfutter darstellt.
Bei den Arbeiten an und im Gewässer ist ein Personalaufwand von mindestens drei Personen pro Kolonne erforderlich, da sowohl im Bach als auch oben auf der Böschung jeweils eine Person die Arbeiten des Minibaggers unterstützen muss. Der Baum wird geschreddert und der Verwertung zugeführt. So ein Einsatz der verbandseigenen Kolonne kommt in normalen Jahren an ca. 50 Tagen vor und kostet den Verband ca. 2.500,- € pro Arbeitstag. Auch für die dabei ggf. angerichteten „Flurschäden“ auf angrenzenden Grundstücken kommt der Verband auf. Den Kosten steht entgegen, dass Folgeschäden von Infrastrukturanlagen wie Brücken und Straßen abgehalten werden.

Das Beseitigen eines umgestürzten Baumes aus dem Abflussprofil ist eine klassische Aufgabe des Leineverbandes, der 1958 für den Hochwasserschutz gegründet wurde und für die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung zuständig ist. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von Besenhausen bis Sarstedt und umfasst insgesamt 93 Gewässer mit einer Länge von 650 km.

Die Pflege der Gewässer bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Hochwasserschutz, Gewässerschutz und Freizeitnutzung. Das Ergebnis ist ein Abwägungsprozess aller Interessen und orientiert sich an pragmatischen Lösungsansätzen.

In den über 60 Jahren seines Bestehens hat sich das Leitbild im Hochwasserschutz stark verändert. In den Anfängen ging es um einen Ausbau der Gewässer, der einen schnellen Abfluss gewährleisten sollte. Mittlerweile wird zurückgebaut, Flüsse und Bäche sollen mäandrieren und Retentionsflächen werden angelegt, um dem Wasser wieder mehr Raum zu geben.

Dass der Leineverband trotz mannigfaltiger Berührungspunkte – er ist immerhin für die Unterhaltung der populärsten Gewässer in der Region, wie Leine, Rhume, Garte, verantwortlich - aber nur wenigen Menschen bekannt sein dürfte, mag auch daran liegen, dass er oft im „Verborgenen“ arbeitet.

Wer ist der Leineverband?

Die Mitglieder des Leineverbandes setzen sich aus Kommunen, Landkreisen, Straßenbauverwaltung, Forstverwaltung und einigen Firmen zusammen. Aktuell hat der Verband 76 Mitglieder. Die Geschäftsstelle des Verbandes mit insgesamt 8 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist in Northeim angesiedelt. Drei Bauhöfe mit derzeit insgesamt 15 Arbeitern befinden sich in Gronau, Hevensen und Einbeck.

Die vielfältigen Aufgaben als Ganzes einem Unterhaltungsverband zu übertragen, hat sich im Laufe der vielen Jahre bewährt. So steht die Gesamtbetrachtung eines Gewässers im Vordergrund und Fachleute und spezielle Maschinenteile unterliegen einer wesentlich besseren Auslastung. Keine Gemeinde kann für ihre Bereiche die Arbeiten allein so kostengünstig ausführen.          

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