Garagen sind zum Parken da…

Parkraum ist ein kostbares Gut. Was früher nur für die Städte galt, ist auch in unseren Dörfern mittlerweile begehrt und oft auch umstritten. Die Anzahl der Fahrzeuge pro Haushalt ist im Laufe der Jahrzehnte gestiegen und auch die Größe der Autos. Zeitgleich wurde in Neubaugebieten Wert auf verkehrsberuhigte Straßen gelegt, die viel Raum für Familien boten. Nun sind die Kinder erwachsen und mobil – der Parkraum fehlt! Nicht wenige Garagen wurden „umgenutzt“, da die inzwischen reichlich vorhandenen Freizeitgeräte Platz brauchen oder ein zusätzlicher Hobby-/Lagerraum benötigt wird. Doch erlaubt ist eine solche Nutzung nicht immer und kann sogar zu einem Bußgeld in Höhe von bis zu 500 € führen. Dies gilt sowohl für Mieter einer Garage als auch für Eigentümer.

Fakt ist, dass laut Niedersächsische Bauordnung (NBauO) vom 3. April 2012 jeder Grundstückseigentümer grundsätzlich verpflichtet ist, auf seinem Grundstück die notwendigen Einstellplätze in Anzahl und Größe vorzuhalten. Diese müssen auf dem eigenen Grundstück sein, bzw. können durch eine sog. Baulast auch auf einem anderen Grundstück nachgewiesen werden. Im Einzelfall kann von der Pflicht zum Nachweis von Einstellplätzen im Rahmen einer „Ablösung“ verzichtet werden.

Noch einmal zu den Garagen: auch die Art der Nutzung der Garage ist festgelegt: Garagen sind zum Abstellen des Autos bzw. Fahrzeugs vorgesehen. Eine andere Nutzung (Lagerraum, Hobbykeller, Werkstatt) ist nicht erlaubt, wenn die Garage ein „notwendiger Stellplatz“ (siehe Baugenehmigung) ist. Autozubehör wie Ersatzreifen, Dachgepäckträger oder Spannseile sowie Werkzeuge wie Wagenheber und Pflege- und Putzmittel dürfen in der Garage gelagert werden. Zudem dürfen Motorräder, Fahrräder und Mopeds abgestellt werden, solange sie das Einparken nicht behindern. Die Garagenverordnung macht genaue Angaben, wofür eine Garage genutzt werden darf und wofür nicht.

In der Regel findet keine Kontrolle durch die Ordnungsämter statt. In einigen Städten wird dies aber bereits diskutiert (Wuppertal, Niederkassel, Offenbach etc). Abgesehen davon stellen sich auch versicherungsrechtlich hier so manche Fragen. Aber nichts in Stein gemeißelt: Sollte eine Nutzungsänderung der Garage geplant sein, lassen Sie diese vom Bauordnungsamt des Landkreises Göttingen prüfen.

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