Die Entstehung

Die Gemeinde Friedland liegt im südlichsten Zipfel des Landes Niedersachsen und des Landkreises Göttingen im Länderdreieck Hessen, Thüringen und Niedersachsen.

Die Dörfer der heutigen Gemeinde Friedland lagen seit jeher in einer Grenzregion, sei es:

  • die Sprachgrenze zwischen hoch- und niederdeutsch,
  • die Konfessionsgrenze oder
  • das "Dreiländer-Eck" zwischen Hessen, Thüringen und Niedersachsen.

Dies galt nicht nur früher - es ist auch heute noch zutreffend.

Friedland, gelegen im südlichsten Zipfel des Landes Niedersachsen, in der Nachbarschaft zur Universitätsstadt Göttingen, ist eine Einheits­gemeinde aus dem Zusammenschluss von 14 Dörfern: Ballenhausen, Deiderode, Elkershausen, Friedland, Groß Schneen, Klein Schneen, Lichtenhagen, Ludolfshausen, Mollenfelde, Niedergandern, Niedernjesa, Reckershausen, Reiffenhausen und Stockhausen.

Eine Grenzregion, aber heute, nach dem Fortfall der Grenze zur ehemaligen DDR, auch mitten in Deutschland.

Die Gemeinde Friedland ein künstliches Gebilde, ein Zusammen­schluss nach geografischen Gegebenheiten? Ja und nein. Natürlich entsteht durch den Zusammenschluss von 14 Dörfern zu einer Gemeinde, zumindest zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses, ein künstliches Gebilde. Natürlich haben auch rein geografische Gesichtspunkte bzw. Vorgaben den Zuschnitt der Gemeinde mitbestimmt. Entscheidend für den eigenbestimmten Zusammen­schluss dieser 14 Dörfer zur Gemeinde Friedland waren aber andere Gründe, so auch die Gemeinsamkeiten aus der schon über Jahrhunderte bestehenden Grenzlage, ähnlicher Strukturen in den Dörfern, die schon damals bestehende und bewährte gemeindliche Zusammenarbeit sowie das Bestehen einer regionalen Identität.

Gemessen am Alter der Dörfer, die zur Gemeinde Friedland gehören, ist diese eine junge Gemeinde. Der zum Teil mehr als tausendjährigen Geschichte einzelner Dörfer stehen lediglich gut 40 Jahre Geschichte der zum 01.01.1973 neu gebildeten Gemeinde gegenüber.

1965 hatte das niedersächsische Landesministerium den Minister des lnnern beauftragt, eine Sachverständi­gen­kommission mit dem Auftrag zu berufen, "unter dem Gesichtspunkt optimaler Leistungs­fähigkeit Vorschläge …. insbesondere für eine kommunale Gebietsreform" zu erarbeiten.

Diesem Auftrag lag die Auffassung zu Grunde, wonach die Notwendigkeit einer Kommunalreform im Interesse der Erhaltung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung unumgänglich war. Die Dörfer waren aus finanziellen Gründen nicht in der Lage aus eigner Kraft die erforderlichen infrastrukturellen Einrichtungen vorzuhalten. Hierzu zählen nunmehr Schulen, Sportanlagen, Kindergärten, Schwesternstationen, Einrichtungen für einen vollwertigen Feuerschutz u.a.m.

Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass von den etwas mehr als 4000 Gemeinden Niedersachsens mehr als 3000 eine Einwohnerzahl von unter 1000 hatten.

Als Sitz der Verwaltung wurde Groß Schneen aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und als Name der Gemeinde „Friedland“ aufgrund des Bekanntheitsgrades festgelegt.

Die neu gebildete Gemeinde Friedland hatte am 01.01.1973 6706 Einwohner und eine Fläche von ca. 75 km². Fast ⅔ dieser Fläche wurden seinerzeit und werden noch heute landwirtschaftlich genutzt. Der Waldanteil liegt bei ca. 25 %.