Unterzeichnung „Kommunale Wärmeplanung“ im Ver­bund

Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein, wobei das Land Niedersachsen das Ziel bereits fünf Jahre früher ereichen möchte. Laut der zu erwartenden Gesetzgebung wird die Gemeinde Friedland im kommenden Jahr zu einer kommunalen Wärmeplanung (KWP) verpflichtet sein. Hinzu kommt, dass gemäß des neuesten Gesetzesentwurfes die Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) nicht greifen wird, wenn nicht eine beschlossene KWP vorliegt.

Die derzeitige Förderlandschaft fördert ausschließlich Kommunen, die derzeit nicht zur KWP verpflichtet sind. Eine finanzschwache Kommune, die in diesem Jahr noch einen Förderantrag stellt, kann mit 100 % gefördert werden. Diese hervorragenden Förderbedingungen möchte die Gemeinde Friedland nutzen. Zusammen mit den Kommunen Adelebsen und Gleichen ist nunmehr geplant, eine KWP im Verbund auszuschreiben, welches bei der Bundesgesellschaft für Zukunft, Umwelt und Gesellschaft (ZUG) ausdrücklich erwünscht ist. In Anbetracht der Fülle an zu erwartenden Aufträgen und der relativ begrenzten Anzahl an erfahrenen Planungsbüros kann es zudem von Vorteil sein, durch ein größeres Auftragsvolumen attraktive Angebote zu bekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt mit der KWP zu beginnen hat schließlich den Vorteil, den Bürgerinnen und Bürgern frühzeitig Klarheit zu verschaffen, was in Bezug auf Heizungen möglich bzw. nicht möglich ist.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein technologieoffener, langfristiger und strategisch angelegter Prozess und nimmt den Wärmebedarf des gesamten Gebäudebestandes in unserer Gemeinde in den Blick. Basierend auf Bestandsanalyse und Potenzialanalyse der KWP sollen Szenarien entwickelt werden, die in einer Strategie mit Maßnahmenkatalog, Prioritäten und Zeitplan münden. Die Planung dient letztendlich dazu, die beiden zentralen Fragen einer künftig klimaneutralen Wärmeversorgung zu beantworten: Welche ist die kosteneffizienteste Lösung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft? Mit welchen konkreten Maßnahmen kann die Gemeinde Friedland dieses Ziel erreichen? Nur wenn diese zentralen Fragen frühzeitig beantworten werden, kann eine Investitionssicherheit für die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, für unsere Betriebe und für uns als Kommune selbst geschaffen werden.

Das Ergebnis bleibt abzuwarten, denn mögliche Maßnahmen bedürfen der Finanzierung – sei es in einer kleinen, ländlichen Kommune wie der Gemeinde Friedland oder bei den privaten Hausbesitzern.

Die Bürgermeister Andreas Friedrichs, Dirk Otter und Holger Frase (hintere Reihe) mit den Klimaschutzmanagern*innen Paul Götsch, Saskia Köhler und Marion Zweckstetter

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