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Was wird jetzt aus dem Wendebachstausee ?
Das Land Niedersachsen plant den kompletten Rückbau des Wendebachstausees. In den Gemeinden Gleichen, Friedland, in der Stadt Göttingen und im weiten Landkreis fürchten die Menschen um ihr Erholungsgebiet. Derzeit werden Unterschriften für den Erhalt gesammelt, die am 18.August Minister Sander übergeben werden sollen.


Die Hochwasseranlage ist Anfang der 70er-Jahre als Hochwasserrückhaltebecken für den überregionalen Hochwasserschutz gebaut worden. Aus diesem Grund war und ist der Bauherr und Betreiber das Land Niedersachsen.
Allerdings hat man ziemlich schnell nach dem Bau festgestellt, dass der Damm und die Flanken nicht dazu geeignet sind, das angestaute Stauziel von immerhin 1,5 Mill. cbm Rückhaltevolumen zu erreichen. Trotz mehrerer kostspieliger Sanierungsversuche ist es nicht gelungen, das damalige Stauziel und somit den angestrebten Hochwasserschutz sicherzustellen.
Da aber eine Wasserfläche durch einen geringen Dauerstau entstanden war, hat sich sehr bald der Zweckverband Wendebach, der aus den Gemeinden Gleichen, Friedland und dem Landkreis Göttingen besteht, gegründet. Dieser hat im Laufe der Jahrzehnte auf dem Areal ein einmaliges Erholungsgebiet geschaffen, das von allen Menschen kostenfrei genutzt werden kann. Das Land Niedersachsen wollte nun nach mehr als 40 Jahren die Anlage zurückbauen oder gemeinsam mit den Betroffenen vor Ort nach einer Lösung suchen.
Für diese Lösung werden natürlich viele Anforderungen gestellt. Sie muss technisch und juristisch für alle Seiten tragbar sein, sie muss den maximalen Hochwasserschutz gewährleisten, sie muss finanzierbar sein, und sie muss das Land aus der Pflicht entlassen und gleichzeitig die Verantwortlichen vor Ort nicht überfordern. Auch wenn die Dammhöhe erheblich verringert wird, bleibt es juristisch eine Stauanlage.

Der Zweckverband hat eine Lösung erarbeitet, die diesen Fragen Rechnung trägt und kostengünstiger ist als alle Varianten, die vom Land Niedersachsen berechnet worden sind. Sie umfasst.

- die Reduzierung der Dammhöhe und somit keine Gefahr mehr durch einen eventuellen Dammbruch,
- einen dennoch stattfindender Daueraufstau und somit weitere Nutzung als Naherholung,
- trotzdem 250.000 cbm zusätzliches Rückhaltevolumen für Niedernjesa und weitere Unterlieger bei Regenereignissen.


Das Land hat nun diesen Lösungsvorschlag abgelehnt und will den Komplettrückbau, d.h. die Wiederherstellung des ursprünglichen Taleinschnitts einschließlich des Gewässerverlaufes des Wendebaches und damit einhergehend hoffentlich auch einschließlich des Hochwasserschutzes für Niedernjesa. Der geplante Rückbau würde Millionen verschlingen. Gerade die Kompensation des Hochwasserschutzes wird sehr viel Geld kosten. Immerhin 28 cm Erhöhung der Wasserspiegellage in Niedernjesa müssten beim Rückbau kompensiert werden. Und der Naherholungswert des Wendebaches vor Ort wäre für immer vernichtet.
Es bleibt nur zu hoffen, dass das Land noch einmal genau rechnet, bevor es diesen Weg einschlägt oder sich am Ende doch der Lösungsvorschlag des Zweckverbandes durchsetzt und der Wendebachstausee erhalten bleibt.
 

erstellt am 26.07.2010

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